"Um einen Krieg gegen den Iran zu
provozieren, erwägte man im Büro des
US-Vizepräsidenten Dick Cheney
US-Marine-Spezialeinheiten als Iraner getarnt einzusetzen
und das Feuer auf sie zu eröffnen."
Am 9. Juli sprach der mit dem Pulitzer Preis
ausgezeichnete Journalist Seymour
Hersh, der für die Zeitschrift New Yorker schreibt
auf der Campus
Progress Konferenz in Washington DC.
Hersh erklärte unter anderem auf dieser Konferenz, er
habe im Laufe seiner Recherchen für seinen Artikel im
New Yorker von einem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter
erfahren, dass Mitglieder der Bush Administration
kürzlich ein Treffen im Büro des Vizepräsidenten
Cheney abgehalten hätten. Bei diesem Treffen wurden
mehrere Möglichkeiten diskutiert, wie man einen Krieg
mit dem Iran provozieren könnte.
In seinem letzten
veröffentlichten Artikel berichtete Hersh, dieses
Treffen habe Anfang Januar, nach dem hochgespielten
Vorfall in der Wasserstrasse von Hormuz stattgefunden.
Damals gab es eine Konfrontation zwischen einem
US-Kriegsschiff und einigen kleinen iranischen
Schnellbooten.
Das von Seymour Hersh beschriebene Treffen fand einige
Wochen nach dem Vorfall im Büro des Vizepräsidenten
Cheney statt.
Während der Konferenz im Juli wurde Seymour Hersh
nochmals konkret auf dieses Treffen in Cheney`s Büro
angesprochen und Hersh erklärte daraufhin, dass bei dem
Treffen u.a. ein Plan erwogen wurde, Marine
Spezialeinheiten in iranischen Uniformen an Bord von als
iranisch getarnten Schnellbooten einzusetzten, um einen
bewaffneten Vorfall inszenieren zu können. Diese Idee,
die der Intention entsprang einen Kriegsgrund zu
schaffen, wurde letztendlich jedoch wieder verworfen.
Der Journalist Seymour Hersh weiter: Es gab Dutzende von
Ideen, wie man einen Krieg auslösen könnte. Diejenige
Idee, die mich am meisten interessierte - warum bauen wir
nicht, in einer unser Werften - 4 oder 5 Schnellboote,
die so aussehen wie die iranischen PT Boote? Diese
besetzen wir dann mit schwerbewaffneten
Marine-Spezialeinheiten. Und das nächste Mal, wenn eins
unsere Schiffe in die Strasse von Hormuz einfährt,
beginnen wir ein Feuergefecht.
Das hätte amerikanische Menschenleben kosten können.
Deshalb wurde dieser Vorschlag abgelehnt. Aber das
Szenario entspräche einer Provokation.und über diese
Ideen wurde hier diskutiert.
Da der Plan abgelehnt worden war, kam es
in der Redaktion des New Yorker zum Entschluß, den
Bericht darüber nicht in den Hersh Artikel
einzubeziehen.
Hersh sprach während der Konferenz auch an, dass die
US-Regierung während des besagten Vorfalls in der
Strasse von Hormuz erkannt habe, dass "wenn wir den
richtigen Vorfall haben, die amerikanische
Öffentlichkeit alles unterstützen wird."