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Berliner Genmais-Verbot verärgert die neue US-Regierung
Deutscher Botschafter einbestellt



Die neue US-Regierung hat vor einigen Tagen den deutschen Botschafter in Washington einbestellt
und ihm den Unmut über die Entscheidung mitzuteilen, für den Genmais von Monsanto ein Abauverbot zu erlassen.

Der US-Handelsbeauftragte Ron Kirk hatte den deutschen Botschafter Klaus Scharioth unmittelbar nach der Entscheidung Aigners zu einem Gespräch einbestellt.

Dies war zu erwarten weil Obama bereits ehemalige Manager von Monsanto in seinem Transition Team hatte und weitere Bindungen im Besonderen über seine Aussenministerin Hillary Clinton zu Lobbyisten von Monsanto bestehen.

Völlig unverständlich ist, dass die Firma Monsanto überhaupt eine Gewerbegenehmigung in Deutschland erteilt bekam, denn Monsanto wurde als einer der Hersteller des Herbizids Agent Orange in der Vergangenheit bereits von vietnamesischen Opferorganisation vergeblich auf Schadensersatz verklagt.

Es gibt fast 5 Millionen Erkrankte, weil im Vietnamkrieg um die 70 Millionen Liter des Herbizids Agent Orange ausgebracht wurden. Auch heute noch werden viele Kinder mit schweren Missbildungen geboren. Mehr als 30 Jahre nach Ende des Krieges ist die Dioxin-Konzentration in vielen Lebensmitteln ungewöhnlich hoch.



Durch die neue Sachlage sind auch die beginnenden Gespräche über die transatlantische Wirtschaftsinitiative (TEC) zwischen den USA und der EU zu belastet. Der US-Konzern Monsanto hat unterdessen vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig Klage gegen das Anbauverbot eingereicht und dringt auf eine Eilentscheidung.

Brüssel hatte die Genmaissorte von Monsanto zugelassen. Die EU-Staaten entscheiden aber individuell über ein Anbauverbot.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die transatlantische Wirtschaftsinitiative angeregt, um eine stärkere wirtschaftspolitische Abstimmung und gemeinsame Standards auf beiden Seiten des Atlantiks zu erreichen. EU-Kommissar Günter Verheugen hatte einer transatlantischen Freihandelszone ohne Handelshemmnisse bis 2015 das Wort gesprochen.

CDU-Wirtschaftsexperte Thomas Bareiß als auch die SPD-Politikerin Erika Mann kritisierten Aigners Entscheidung als "sehr unglücklich".

Die Grünen haben eine parlamentarische Debatte im Bundestag beantragt. Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat einen runden Tisch zur Gentechnik einberufen. CSU-Wirtschaftspolitiker Franz Obermeier bezeichnete Aigners Entscheidung als falsch.

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